Vision für Getreidebauern - Teil 1
Skalierung als Mittel zur Wertschöpfung und Perspektive
Dieser 4-teilige Impuls beschreibt pointiert und humorvoll den landwirtschaftlichen Rahmen, in dem alle Landwirte eingebettet sind und startet mit einer nüchternen Bestandsaufnahme, um im Weiteren eine Vision für Getreidebauern zu formulieren.
Minimale Kosten & höchstmöglicher Umsatz
Viele Landwirte wollen mit minimalen Kosten den höchstmöglichen Umsatz generieren. Andere wollen in Ruhe gelassen werden und einfach über die Runden kommen, was angesichts des Marktumfelds dasselbe bedeutet, nämlich, mit minimalen Kosten den höchstmöglichen Umsatz generieren. Wie man es auch dreht und wendet, es scheitert bereits an hohen Kosten und niedrigen Erzeugerpreisen. Hinzukommt, Doppelbelastung durch Nebenerwerb und überboardende Förderbürokratie.
Einer aus 3.700 Landwirten?
Ein jeder Bauer – Bäuerinnen außen vor, weil für gewöhnlich, die klügeren Köpfe – richtet es sich auf seine Weise. Der eine hat genug Eigenfläche oder Wasserrechte, ein anderer spezialisiert sich auf Soja, Kartoffel, Saatgutvermehrung, oder eine noch speziellere Spezialkultur, wieder ein anderer setzt auf Direktvermarktung und wählt seine Kulturen entsprechend – hier liegt aktuell Agrarforstwirtschaft im Trend. Ein weiterer Bauer setzt nach Jahren des Zweifelns, und es sind ja doch ein paar Euro mehr, auf Nachhaltigkeit und entdeckte den CO2-Zertifikatehandel mit Humusaufbau für sich. – addiert sind das ca. 20% bzw. 3.700 Landwirte in Niederösterreich (Basis: 19.700 Betriebsinhaber mit Ackerlandfläche, Agrarstrukturerhebung 2020).
Bist Du Einer von diesen 20% bzw. 3.700 landwirtschaftlichen Unternehmern? Bist Du einer mit genug Eigenfläche, der spezialisiert ist, der direktvermarktet, der nachhaltig bewirtschaftet?
Oder bist Du einer aus 16.000 Landwirten?
… in Niederösterreich, mit bis zu 70% Getreideanteil inkl. Mais, plus etwas Öl- und Hackfrüchten, eventuell etwas Vertragslandwirtschaft und Mitglied einer Einkaufsgemeinschaft? Die zugehörige Realität sind niedrige Erzeugerpreise und permanenter Kostendruck. 2022 war geopolitisch bedingt eine Ausnahme. Keine Ausnahme stellt hingegen die wettbewerbsbedingt erforderliche Industriefokussierung im EU-Budget 2021-2027 dar, welches in der Folge ein niedrigeres GAP-Fördervolumen aufweist und den Kostendruck sichtbarer macht.
Die Kernfrage zur Formulierung einer Vision für den konventionellen und ökologischen Getreideanbau (Marktfruchtbetriebe), lautet: Wie kann ich Umsatz verbessern und Kosten senken?
Hinsichtlich des Umsatzes lautet die Antwort:
1. WERTSCHÖPFUNG.
2. WERTSCHÖPFUNG.
3. WERTSCHÖPFUNG.
Für die Kosten:
1. SKALIERUNG.
2. SKALIERUNG.
3. SKALIERUNG.
Mehr zu Wertschöpfung und Skalierung im Herbst. Jetzt wünschen wir allen LandwirtInnen eine erfolgreiche Ernte!